Elterngespräche ODER An folgenden Terminen ist ein Gespräch möglich

Es soll um den Lern- und Entwicklungsstand von Sohn 06/9 gehen, steht da. Natürlich müssen wir da hin – denn selbstverständlich haben wir den Eindruck, dass die Lehrerin hierzu noch ein paar dringende Informationen von uns braucht 😉

Und wenn ich „wir“ sage, meine ich auch uns beide, also meinen Mann und mich. Denn wir sind nicht nur beide erziehungsberechtigt, sondern auch beide erziehungsbeteiligt. Und zwar mindestens zu gleichen Teilen. Aber vielleicht auch jeder von uns zu 75 Prozent… Also muss mein Terminkalender zunächst mal mit dem meines Mannes unter einen Hut gebracht werden. Soweit so gut. Darin sind wir geübt, wenn auch nicht immer erfolgreich.

Aber: Nun müssen damit auch noch die Terminvorschläge der Lehrerin synchronisiert werden, die grundsätzlich nur donnerstags – da aber von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr – sowie freitags von 14 bis 16 Uhr Zeit hat. Das allerdings auch nur in einem Zeitkorridor von zwei Wochen.

Die gelbe Postmappe: DAS Kommunikationmedium mit der LehrerinWie gut, dass sie uns diese Information schon eine ganze Woche vor Start der Gesprächstermine mittels der typischen Postmappenbotschaft überbringen lässt. Ein Moment des erleichterten Durchatmens: Es hat dieses Mal geklappt und wir sind auf Anhieb fündig geworden, können der Lehrerin sogar zwei (!) Alternativen vorschlagen, aus denen sie dann auch – 2 Tage vor Start der Gesprächsrunden – einen erwählt. Mein Mann beantragt hastig einen halben Urlaubstag, ich hatte eh keine festen Termine drin.

Dieses Mal ist alles gutgegangen. Aber das war nicht immer so und ich ahne, dass es nicht immer so sein wird, steht uns doch noch ein guter Teil der Schulkarriere bevor. Zu Kindergartenzeiten waren die Vorschulkinder beispielsweise übers Jahr verteilt an etwa vier oder fünf Nachmittagen in die Schule eingeladen, um – statt wie sonst üblich vormittags im Kindergarten – dort den Vorschulunterricht zu genießen. Eine tolle Sache, weil die Kinder dann schon die Schule und die Klassenzimmer kennenlernen und einen guten Eindruck davon gewinnen, wie später einmal dieser ominöse Schulunterricht aussehen wird.

Ich habe mich aber jedes Mal gefragt, warum man das für berufstätige Mütter immer zum Orgastress werden lassen muss. ALLE Termine bei BEIDEN Kindern lagen IMMER an Nachmittagen, an denen ich beim Arbeiten und die Kinder daher bei der Tagesmutter im Nachbarort waren. Oft wurden die Termine erst in der Woche vorher kommuniziert und ich musste für den Vorschüler jemanden organisieren, der ihn nach dem Kindergarten mitnimmt und um 14.30 Uhr zur Schule bringt. Und die Tagesmutter bitten, um 13.30 Uhr zunächst nur ein Kind abzuholen, um dann zwei Stunden später – natürlich wieder zusammen mit den 4 anderen Kindern – noch mal loszudüsen und den Vorschüler in der Schule abzuholen.

Geht alles – kein Thema. Aber wüsste man solche Termine einfach schon ein paar Wochen vorher, hätte man etwas mehr Luft…